Studienrechtliches Organ (an öffentlichen Universitäten)

Gemäß Universitätsgesetz 2002 (UG) § 19 Abs. 2 Z 2 haben öffentliche Universitäten ein sogenanntes „für die Vollziehung der studienrechtlichen Bestimmungen in erster Instanz zuständiges monokratisches Organ“ einzurichten.

Der Beschluss des Senates dazu ist im Mitteilungsblatt der jeweiligen Universität zu veröffentlichen.

Die Aufgaben umfassen u.a. die folgenden Beispiele:

  • Genehmigung von Anträgen auf Zulassung zu einem individuellen Studium mit Bescheid
  • Verleihung der entsprechenden akademischen Grade an Absolventinnen und Absolventen individueller Studien
  • bescheidmäßige Verleihung akademischer Grade an die Absolventinnen und Absolventen von Universitätslehrgängen
  • Genehmigung der Ablegung von Prüfungen für ein Studium an einer anderen Universität als der Universität der Zulassung
  • Nichtigerklärung der Beurteilung einer Prüfung mit Bescheid im Fall der Erschleichung der Anmeldung zur Prüfung bzw. wenn die Beurteilung einer Prüfung oder wissenschaftlichen Arbeit, insbesondere durch die Verwendung unerlaubter Hilfsmittel, erschlichen wurde
  • Ausstellung von Zeugnissen über Studienabschlüsse
  • bescheidmäßige Anerkennung von positiv beurteilten Prüfungen ordentlicher Studierender an einer anerkannten in- oder ausländischen postsekundären Bildungseinrichtung, einer berufsbildenden höheren Schule, einer Höheren Anstalt für Lehrer- und Erzieherbildung, in Studien an anerkannten inländischen Bildungseinrichtungen, deren Zugang die allgemeine Universitätsreife erfordert, oder in einem Lehrgang universitären Charakters, soweit sie den im Curriculum vorgeschriebenen Prüfungen gleichwertig sind
  • bescheidmäßige Aufhebung von negativ beurteilten Prüfungen bei schwerem Mangel in der Durchführung
  • Sicherstellung der Aufbewahrung der den Studierenden nicht ausgehändigten Beurteilungsunterlagen für die Dauer von mindestens sechs Monaten ab Bekanntgabe der Beurteilung
  • Genehmigung des Antrags auf Ausschluss der Benutzung von an die Universitätsbibliothek abgelieferten wissenschaftlichen Arbeiten für längstens fünf Jahre nach Ablieferung
  • bescheidmäßige Verleihung akademischer Grade an die Absolventinnen und Absolventen der ordentlichen Studien
  • bescheidmäßiger Widerruf inländischer akademischer Grade
  • bescheidmäßige Anerkennung eines ausländischen Studienabschlusses als Abschluss eines inländischen ordentlichen Studiums („Nostrifizierung“)
  • Heranziehung von fachlich geeigneten Prüferinnen und Prüfern für Bachelor-, Master- und Diplomprüfungen
  • Festlegung der Prüfungs- und Anmeldetermine
  • bescheidmäßige Verfügung über einen Antrag auf abweichende Prüfungsmethode
  • Anmeldung zu Fachprüfungen und kommissionellen Gesamtprüfungen
  • Bildung von Prüfungssenaten
  • Heranziehung von fachlich geeigneten Personen zur Betreuung und Beurteilung von Master- und Diplomarbeiten, bescheidmäßige Untersagung von Thema und Betreuerin oder Betreuer sowie Weiterleitung zur Beurteilung
  • Heranziehung von fachlich geeigneten Personen zur Beurteilung von Dissertationen, bescheidmäßige Untersagung von Thema und Betreuerin oder Betreuer sowie Weiterleitung zur Beurteilung.
    Die Bezeichnungen können von den Universitäten autonom festgelegt werden und lauten daher auch sehr unterschiedlich:

    – Universität Wien: Studienpräses (mit gewissen Agenden an die sogenannten Studienprogrammleiterinnen und Studienprogrammleiter delegiert)
    – Universität Graz: Studiendirektorin oder -direktor
    – Universität Innsbruck: Universitätsstudienleiterin oder -leiter
    – Medizinische Universität Wien: Curriculumdirektorin oder -direktor
    – Medizinische Universität Graz: Studienrektorin oder -rektor
    – Medizinische Universität Innsbruck: Vizerektorin oder -rektor für Studienangelegenheiten
    – Universität Salzburg: Vizerektorin oder -rektor für Lehre
    – Technische Universität Wien: Vizerektorin oder -rektor für Lehre bzw. bevollmächtigte Studiendekanin oder bevollmächtigter Studiendekan
    – Technische Universität Graz: Vizerektorin oder -rektor für Lehre
    – Montanuniversität Leoben: monokratisches studienrechtliches Organ
    – Universität für Bodenkultur Wien: Studiendekanin oder -dekan
    – Veterinärmedizinische Universität Wien: Vizerektorin oder -rektor für Lehre
    – Wirtschaftsuniversität Wien: Vizerektorin oder –rektor
    – Universität Linz: Vizerektorin oder -rektor für Lehre
    – Universität Klagenfurt: Studienrektorin oder -rektor
    – Universität für angewandte Kunst Wien: Vizerektorin oder -rektor für Lehre
    – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien: Studiendirektorin oder -direktor
    – Universität Mozarteum Salzburg: Studiendirektorin oder –direktor
    – Universität für Musik und darstellende Kunst Graz: Studiendekanin oder –dekan
    – Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung Linz: Vizerektorin oder -Rektor
    – Akademie der bildenden Künste Wien: monokratisches Organ zur Vollziehung der studienrechtlichen Bestimmungen in erster Instanz
    – Universität für Weiterbildung Krems: Studiendirektorin oder -direktor