„Inklusive Studierendenmobilität“ im europäischen Hochschulraum: Fachtagung an der Freien Universität Bozen

Hochschulinstitutionen aus Österreich, Südtirol und aus Italien haben am 14. und 15. Oktober 2015 an der Freien Universität Bozen in Südtirol die vielfältigen Aspekte der Teilnahme von behinderten und chronisch kranken Studierenden an internationalen Mobilitätsmaßnahmen evaluiert und diskutiert. Mitveranstalter waren neben der gastgebenden Freien Universität Bozen die Universitäten von Trento und Padova. Aus ´Österreich nahmen der Vizerektor für Lehre und Studierende der Leopold-Franzenz-Universität Innsbruck, Roland Psenner, sowie der Hochschulombudsmann im Wissenschaftsministerium in Wien, Josef Leidenfrost, teil.

Foto Tagung Bozen Herbst 2015

Fotonachweis: Freie Universität Bozen

Studierendenmobilität auch für Behinderte mittlerweile selbstverständlich
Die Tagung diente vor allem dazu, Beispiele guter Durchführungspraxis zu präsentieren und zu diskutieren und daraus Überlegungen für aktuelle Weiterentwicklungen im Bereich der behinderten und chronisch kranken Studierenden anzustellen, entweder in nationalen Gesetzgebungen oder in entsprechenden Regulativen vor Ort. Nach Auffassung der Konferenzteilnehmerinnen und Konferenzteilnehmer, darunter mehrere Behindertenbeauftragte aus drei Ländern, sei zwar schon Vieles erreicht worden, doch müsse noch Etliches mehr getan werden, bis der Europäische Hochschulraum eine komplett inklusive Lernarena sein wird. Sowohl Prorektorin Gabriella Dodero als auch Rektor Walter Lorenz von der Freien Universität Bozen betonten die Bedeutung von Mobilität auch für Behinderte und dass diese nicht ein Sonderbereich, eine Sondermaßnahme darstellten, sondern mittlerweile ein ganz selbstverständlicher Teil der Universitätskultur seien.

Erfahrungen aus Österreich
Aus österreichischer Sicht präsentierte der Vizerektor für Lehre der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck Roland Psenner die einschlägigen Maßnahmen und Einrichtungen für Behinderte an seiner Universität, darunter insbesondere die Dienstleistungen der Stabsstelle Büro der Behindertenbeauftragten. Hochschulombudsmann Josef Leidenfrost konzentrierte sich in seinen Ausführungen auf spezielle gesetzliche oder allgemein bekannte curriculare Regelungen für behinderte Studierende.  Er berichtete auch über einschlägige Fördermaßnahmen im Behindertenbereich sowie über „Uniability“, das in Österreich sehr aktive Netzwerk der Behindertenbeauftragten von Universitäten und Fachhochschulen.

Zur Weiterentwicklung der in Bozen behandelten Themen wird es im Juni 2016 eine internationale Tagung in Turin geben, an der die Ombudsstelle für Studierende teilnehmen wird. In Österreich selbst wird im Herbst 2016 in Krems an der Donau eine Tagung zum Thema „Behinderung, Diversität, Inklusion: Wegmarken für den österreichischen Hochschulraum“ abgehalten werden, gemeinsam mit der Donau-Universität Krems, der Karl-Landsteiner-Privatuniversität, der Fachhochschule Krems, der Pädagogischen Universität Krems, „Uniability“ und der Behindertenanwaltschaft.